Der Hepperles-Buckel im Rangau von Martin Meyer

Als ich ein Kind war, gab es ihn noch, den Hepperles-Buckel, gesprochen natürlich „Hebberles-Buckel“. Gewiss, es gibt ihn auch heute. Bloß ist es nicht mehr der, also mein, Hepperles-Buckel.
Es ist ein markanter Bergrücken über dem Zenntal, den man von Neuselingsbach aus nur im zweiten Gang und über eine Spitzkehre erklomm. Keine Autofahrt verging somit ohne den ehrfürchtigen Ausruf: „Jetzt kommt fei der Hepperles-Buckel.“

Und heute?

Heute fährt man weder durch Neuselingsbach noch über die Spitzkehre. Zu Tode begradigt, zu einer öden Rennpiste, die man achtlos im fünften Gang nimmt; ebenso Neuziegenrück, vor dessen paar Häusern die Straße schmäler wird, bewacht vom modernen Schupo. Dem Smiley für unter 50, damit man nicht durchbrettert.

Warum ich das alles aufschreibe?

Damit auch unsere Kinder von den „Hepperles-Buckeln“ unserer Kindheit erzählen und von Neuziegenrück, das ihm diesen so wunderbaren Namen gegeben hat.
„Heppern“ heißt nämlich „Ziege“.